Opferberatung

BEFORE hilft direkt und indirekt Betroffenen bei der Bewältigung der Angriffsfolgen rechter und rassistischer Gewalt.
Oft sind Betroffene durch Reaktionen aus dem gesellschaftlichen Umfeld zusätzlich belastet. So kann es passieren, dass dem Betroffenen eine Mitschuld an einem Angriff gegeben wird.
Wir unterstützen dabei, eigene Rechte wahrzunehmen, um neue Handlungsspielräume zu gewinnen.

Was ist rechte Gewalt?

Tatmotivation
Rechte und rassistische Gewalttaten sind Angriffe, die gekennzeichnet sind durch menschenfeindliche Einstellungen und Vorurteile gegenüber bestimmten gesellschaftlichen Gruppen.  Das können sein: Rassismus, Antisemitismus, Islamophobie , Sozialdarwinismus, Homo- und Transphobie.
TäterInnen suchen Personen gezielt anhand von Kriterien aus, wie:

  • sexuelle Orientierung und/oder Geschlechtsidentität
  • Behinderung
  • Obdachlosigkeit
  • Weltanschauung
  • zugewiesene ethnische Herkunft
  • politische Aktivität gegen Rassismus und rechte Gewalt oder Engagement für Geflüchtete
  • alternatives Auftreten und/oder nicht-rechte Haltung,
  • religiöse Zugehörigkeit

Was tun, wenn ich angegriffen wurde?

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Einordnung der Tat
Die politische Selbstdefinition der TäterInnen oder die Verortung und Einschätzung der Tat von Ermittlungsbehörden oder staatlichen Behörden ist für unsere Bewertung des Angriffs zweitrangig.

Gewaltverständnis
Ausgangspunkt für die Beratungsarbeit von BEFORE sind alle Formen physischer und psychischer Gewalt. Versuchte Angriffe, nicht vollendete Taten, massive Nötigungen und Bedrohungen sowie zielgerichtete Sachbeschädigungen sind auch Gewalttaten.

Persönliche Wahrnehmung
Entscheidend für die Einordnung der Tat und der Fallklärung ist für BEFORE die persönliche Wahrnehmung der Betroffenen. Einschätzungen Außenstehender oder der Polizei ist für unsere Fallarbeit zunächst untergeordnet.

Immer häufiger schlägt in Deutschland Fremdenfeindlichkeit in Gewalt um.
Brennende Asylbewerberheime, rechte Parolen an Flüchtlingsunterkünften, Gewalttaten gegen Schutzsuchende und antirassistisch engagierte Menschen: All dies ist Alltag in Deutschland. Die Zahl rechter Straf- und Gewalttaten nimmt dramatisch zu. Allein im August 2015 wurden laut Innenministerium  1450 Delikte registriert – fast 50 pro Tag. Diese Angaben sind vorläufig, die Dunkelziffer nicht angezeigter oder als nicht politisch rechtsmotiviert eingestufter Fälle kann nicht abschließend beziffert und somit nur erahnt werden.
Hinter den abstrakten Zahlen stehen Menschen mit individuellen Lebens- und Leidensgeschichten. Den Betroffenen wurde durch eine menschenverachtende Ideologie und Abwertung nicht nur körperlicher, sondern auch psychischer und materieller Schaden zugefügt.
Der gravierende Anstieg rechter und rassistischer Gewalt ist Ausdruck einer besorgniserregenden Entwicklung, deren Ursachen im öffentlichen Diskurs weiterhin zu wenig Beachtung finden.
Viele Betroffene rechter und rassistischer Gewalt und Diskriminierung fühlen sich nicht ernst genommen, die Vorfälle werden nicht gemeldet, die Betroffenen sind mit den Folgen der Tat und ihrer Bewältigung auf sich alleine gestellt, oftmals fehlt fachliche Unterstützung vor Ort.
Die Beratungsstelle BEFORE möchte mit ihrer professionellen Arbeit ein Angebot schaffen, an das sich Betroffene mit ihren Ängsten und Anliegen wenden können. Das Eintreten für die Belange der Betroffenen gehört ebenso zu unseren Aufgaben wie die Dokumentation von Vorfällen und Übergriffen in München und Umgebung.