Trägerverein

Vorstand:

1. Vorsitzender:  Christian Ude (ehemaliger Oberbürgermeister der Stadt München)
Geschäftsführender Vorstand: Siegfried Benker (Geschäftsführer Münchenstift)

Alexander Diepold (Geschäftsführer MadHouse)
Nükhet Kivran (Vorsitzende Migrationsbeirat München)
Peter Probst (Vorstand Lichterkette e.V.)
Tina Schmidt-Böhringer (Landeskoordinierungsstelle Demokratie Leben – Bayern gegen Rechtsextremismus)

Mitglieder:

Uche Akpulu (Bayerischer Flüchtlingsrat)
Gülseren Demirel (Stadträtin)
Hildegard Denninger (ehemalige Geschäftsführerin BISS e.V).
Anni Kammerlander (ehemalige Geschäftsführerin REFUGIO MÜNCHEN)
Prof. Dr. Heiner Keupp (emeritierter Sozialpsychologe der Ludwig-Maximilians-Universität München)
Luise Kinseher (Kabarettistin und Schauspielerin)
Christopher Knoll (Leiter des Schwulen Kommunikations- und Kulturzentrums, Sub e.V.)
Angelika Lex † (Rechtsanwältin)
Ellen Presser (Leiterin der Kulturabteilung der Israelitischen Kultusgemeinde München)
Jürgen Soyer (Geschäftsführer REFUGIO MÜNCHEN)
Oswald Utz (Behindertenbeauftragter der Stadt München)

Kontakt:
vorstand@before-ev.de

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Warum wurde der Verein gegründet?

Auch in München wurden BürgerInnen immer wieder zur Zielscheibe rechter und rassistischer Gewalt und Diskriminierung. Eine Beratungsstelle für die Betroffenen fehlte.

Immer wieder in seiner Geschichte war München Schauplatz rechten Terrors. Am 26. September 1980 ermordete ein Neonazi aus dem Umfeld der Wehrsportgruppe Hoffmann zwölf Menschen am Haupteingang des Oktoberfests, unzählige Menschen wurden verletzt und traumatisiert. Es war der größte Terroranschlag in der Geschichte der Bundesrepublik. Bis heute sind die genauen Tatumstände nicht aufgeklärt, die Stimmen der Opfer wurden über Jahrzehnte ignoriert.

Die brutalen Morde an den beiden Münchnern Habil Kilic und Theodoros Boulgarides in den Jahren 2001 bzw. 2005 wurden bis zur Selbstenttarnung des Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU) im November 2011 nicht aufgeklärt. Die Angehörigen der Opfer wurden jahrelang allein gelassen, entmündigt und sogar selbst als Täter verdächtigt. Kaum jemand nahm ihre Vermutung ernst, die Morde könnten einen rassistischen Hintergrund haben und die Täter aus der rechten Szene stammen.

Am 19. März 2014 stellte der Stadtrat der Landeshauptstadt München fest,
„dass es im Großraum München ein Defizit im Hinblick auf die Beratung von Opfern rechtsextremer und rassistisch motivierter Gewalt gibt.“ (Beschluss des Verwaltungs- und Personalausschusses am 24.06.2015 (SB))

Um diese Lücke zu schließen, hat der Stadtrat der Landeshauptstadt München in einer öffentlichen Sitzung am 24. Juni 2015 einstimmig per Beschluss die Errichtung einer Beratungsstelle in die Hände des unabhängigen und gemeinnützigen Vereins BEFORE e.V. übergeben. Damit wurde in München ein wichtiger politischer Akzent zur Achtung der Menschenrechte und Demokratisierung der Gesellschaft gesetzt. BEFORE e.V. wurde beauftragt, Handlungsstrategien gegen Rechtsextremismus, Rassismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit zu entwickeln. In der Präambel der Vereins BEFORE e.V. heißt es:

„In Anbetracht der Gefahren, die rassistische, antisemitische, antiziganistische, islamfeindliche und andere rechtsextreme Gewalt und Diskriminierung in unserer Gesellschaft darstellen, in Anbetracht der sich daraus ergebenden gesellschaftlichen Verpflichtung, sich für Betroffene dieser Gewalt und Diskriminierung einzusetzen, diesen soweit als möglich beratend und unterstützend zur Seite zu stehen und für diese Partei zu ergreifen, begreifen die Mitglieder des Vereins ihre Aufgabe in der Schaffung gesellschaftlicher Verhältnisse, in denen jeder Mensch, gleich welchen nationalen, ethnischen, religiösen, sexuell-orientierten oder weltanschaulichen Hintergrunds, frei und ohne Angst sich bewegen und gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben kann.
Die Mitglieder des Vereins treten dafür ein, dass Wahrnehmungen und Erklärungen
dieser Opfer Aufmerksamkeit geschenkt wird, dass die Ängste der Opfer ernst genommen werden und eine stärkere Sensibilisierung der Öffentlichkeit für rassistische, antisemitische, antiziganistische, islamfeindliche und andere rechtsextreme Gewalt und Diskriminierung auch in München entsteht.
Die Mitglieder des Vereins sehen sich als Lobby für die Opfer dieser Gewalt und Diskriminierung. Zentral für die Mitglieder des Vereins ist die Perspektive der Betroffenen.
Die Mitglieder des Vereins treten ein für die Achtung der Menschenrechte, für die
Demokratisierung gesellschaftlicher Entscheidungsprozesse und für gewaltlose Konfliktbewältigung. Die Verfolgung parteipolitischer Ziele ist ausgeschlossen.“